Nationalparkmarathon

Nationalparkmarathon

Eigentlich stand der Nationalparkmarathon nicht mehr auf dem Plan, doch mit dem Sieg am Eigerbike änderte sich die Ausgangslage, und ich habe die Chance, die Gesamtwertung der Garmin Bike Classic doch noch zu gewinnen. So entschied ich mich also relativ kurzfristig, doch noch ins Engadin zu reisen.

Der Veranstalter war trotz später Zusage bereit, noch für eine Unterkunft zu schauen, vielen DANK!

Am Freitag abeitete ich noch den ganzen Tag und nachdem alles gepackt war, fuhren wir los.

Doch leider brauchten wir für die Strecke nach Scuol ganze 5 Stunden, und kamen erst um 21.30 Uhr in Ardez beim Hotel an. Zum Glück konnte Fabienne die Startnummer für mich holen! DANKE!

Doch dann im Hotel angekommen, der nächste «Schock» ihr wollt ein Zimmer? Da muss ich den Chef holen. Ich suchte bereits in Mail nach der Bestätigung, doch da klärte es dich, dass hier wirklich für uns gebucht war, doch das Zimmer war noch nicht gemacht!! So wurde in einer «Feuerwehr – Aktion» unser Zimmer gemacht. Endlich konnte ich dann ins Bett fallen, denn ich war todmüde!

Zudem würde der Wecker bereits um 4.20 Uhr in der Früh gehen, da der Start des Rennens um 7.15 Uhr war.

Ich versicherte mich nochmals, dass das Frühstück wirklich um 4.30 Uhr bereit sein würde und dies wurde mir bestätigt!

Als ich dann am Morgen um 4.30 Uhr nach unten ging, war es noch dunkel und niemand war zu sehen oder zu hören! Das darf doch nicht wahr sein, dachte ich mir.

Also machte ich zuerst die Bidons bereit und ging dann nochmals nach unten, es war jetzt bereits 4.50 Uhr, nach wie vor war alles dunkel. Ich konnte Geräusche hören und entschied mich die Küche zu suchen. Ich klopfte an die Tür und tatsächlich, da war jemand in der Küche und zwar der Chef persönlich. Ich fragte, ob es Frühstück gebe? Ja ja! Ich erinnerte ihn daran, dass er mir schrieb, dass es ab 4.00 Uhr Frühstück gäbe, es jetzt bereits 4.50 Uhr sein. Doch er hatte keinen Stress, brachte nach und nach Brötchen, Milch, O – Saft, Käse… aus der Küche, dies in einer Gemütsruhe. Egal ich konnte endlich frühstücken.

Am Start trafen wir dann Fabi und Stephan, die mir die Startnummer brachten und ich konnte einfahren.

Nach so vielen Faux pas, konnte es eigentlich nur noch besser werden. Das Wetter passte und ich freute mich auf das Rennen. Das Frauenfeld war überschaubar und trotzdem kannte ich nicht alle Fahrerin. Das ist immer etwas doof, denn dann weisst du nicht, wie du reagieren sollst, wenn eine wegfährt.

Mein Ziel heute war natürlich ein Sieg, doch vor allem musste ich das Rennen beenden um Punkte für das Gesamtklassement zu sammeln und dann auch nicht zu viele Körner verschiessen, sodass ich mich bis in einer Woche erholen kann, um dann frisch an der SM in Alpnach starten zu können.

Zuerst ging es hinauf zum Pass Constainas, dies zog sich lange dahin, es war nie richtig steil, sondern eher steil und die Landschaft richtig schön. Am Anfang hatte ich noch einen Disput mit einer Fahrerin, die ich nicht kannte, doch dann war ich mehr oder weniger auf mich selbst gestellt.

Ich wusste, dass eine Fahrerin irgendwo vor mir war und das wars dann auch schon.

In der Abfahrt konnte ich besagte Fahrerin, dann hinter mir lassen und sah sie auch nicht wieder.

Von Fuldera ging es in den nächsten Anstieg hinauf nach Döss Radond gute 600hm am Stück hinauf. Oben fuhren wir auf einer Hochebene nach Alpisella und hinunter nach Livignio. Als ich so fuhr wurde mir bewusst, wie viele schleichende Steigungen es doch hatte.

In Livgnio erwischte ich zum Glück eine Gruppe, die nicht wirklich schnell war, aber so musste ich wenigstens nicht alleine Fahren, war mir sehr half!

Erich sagte mir, dass Sosna (die Führende) über 7 Minuten Vorsprung hat. Das verblüffte mich  schon etwas und meine Strategie sie beim Aufstieg zum Chaschauna noch aufholen zu können löste sich mehr oder weniger in Luft auf. Der Anstieg da hoch war nun wirklich steil! Doch irgendwie lief es nicht wirklich nach Wunsch heute und es war alles etwas zäh.

So stand ich dann unten am Chaschauna und fragte mich, wie ich da hochkommen soll!! Auf jeden Fall war ich froh um mein 30er Kettenblatt, sodass ich fast alles fahren konnte – dass machte mich schon etwas stolz.

Die Abfahrt meisterte ich dann auch ganz gut. Doch leider hatte ich keine Gruppe von S – chanf nach Zernez und Lavin und musste da alles alleine fahren. Dies war alles das Tal nach vorne und eher flach, also nicht wirklich meine Spezialität und hier fehlte mir dann die «grossen» Gänge. Doch so konnte ich das «Gabelschaftfahren» weiter üben.

Jedenfalls kam ich schliesslich Lavin an und ein weiterer Anstieg kam, im Vergleich, was ich schon gefahren bin ein «Hüpfer» doch nach 110 km tat es doch weh. Jetzt konnte ich wieder mit einigen Fahrer fahren und das fühlte sich gut an.

Hinauf nach Guarda und Ftan und dann runter nach Scuol! Die Abfahrt war cool und ich konnte sogar noch den einen oder andern Herrn stehen lassen. Ganz unten im Tal angekommen mussten wir letztes Jahr einen kurzen aber giftigen Gegenanstieg hinauf ins Ziel meistern. Nach 6 Stunden und 53 Minuten hatte ich es geschafft und fuhr als 2te ins Ziel ein. Weit von meinem Streckenrekord weg, doch es war geschafft.

Klar war ich etwas enttäuscht, dass es nicht zum Sieg gereicht hat, doch Sosna war einfach zu stark.

Im Nachhinein habe ich noch erfahren, dass sie Strassenzeitfahren fährt und dafür ist diese Strecke ausser dem Chaschauna geradezu geschaffen. Zudem konnte sie im Gegensatz zu mir mit einer Gruppe fahren.

Doch als ich mir dann die Zeiten anschaute und sah, dass ich mich ganz gut geschlagen hatte in den Partien von S – Chanf über Zernez bis Lavin, machte dies mich schon auch stolz. Zudem bin ich die Abschnitte von Zernez nach Ftan und von Ftan nach Scuol schnellste Zeit gefahren.

Zudem freute es mich noch riesig, dass meinen beiden Athletinnen, denen ich Trainingspläne schreibe, beide aufs Podest gefahren sind. Fabi auf der Putèr (47 km) – Strecke auf den 2. Rang und Sabina auf der Valander (137 km) auf den 3. Rang – BRAVO!

Danke nochmals dem Organisator, für das tolle Rennen und die Unterbringung! Es ist immer schön, so herzlich bei einem Rennen empfangen zu werden.

Danke auch Erich, der wiederum einen Tag «geopfert» hat um mich zu verpflegen und mit dem Auto die Pässe hoch und runter gerauscht ist, um pünktlich vor Ort zu sein!