Epic Israel

Epic Israel

Gespannt reiste ich am Montagmorgen mit Erich nach Israel. Alles ging gut, das Gepäck und wir kamen ohne Probleme in Tel Aviv an, zwar eine Stunde zu spät, doch sonst war alles gut.👍

Dort wurden wir auch schon Idit unserem Taxi Fahrer erwartet.

Er war etwas geschockt, als er unsere beiden grossen Bikekoffer sah. 😳 Doch alles fand seinen Platz im Auto und so konnte er uns nach Jerusalem zum Hotel fahren. Der Verkehr war zum Glück moderat, da ein Feiertag war in Israel.

Da wir ja den ganzen Tag praktisch nur gesessen waren, wollten wir noch etwas nach draussen gehen. 🚶‍♂️🚶‍♀️

Als wir angekommen waren, waren die Strassen praktisch noch leer, doch jetzt mit der Dunkelheit, begann die Stadt zu leben. Die Geschäfte und Restaurants öffneten, und die Leute kamen aus ihren Häusern. (Es war ein Feiertag und so durften die Juden erst wieder nach Einbruch der Dunkelheit «arbeiten»!)

Bald schon hatten wir den alten Teil der Stadt gefunden und der ist wirklich schön, auch den Markt in den engen Gassen fanden wir und schlenderten durch die verschiedenen Gassen. Irgendwann knurrten unsere Mägen und wir suchten uns etwas zum Essen. Da hatten wir dann nicht gerade den besten Treffer gelandet! Wenigstens waren wir satt!🤪

Danach gingen wir zurück zum Hotel, denn wir waren beide müde. 😴😴

Am nächsten Morgen wurden wir von Adar abgeholt. Gemeinsam machten wir eine Biketour. Die Landschaft war wirklich schön. Es war heiss und staubig. Nach der Biketour fanden wir dann ein schönes Restaurant und diesmal war das Essen richtig gut!!! 😊

Am Nachmittag kam  Angelika an und gegen Abend holte uns Adar wieder ab. Diesmal machten wir eine Stadtbesichtigung in Jerusalem und Adar erzählte uns viele interessante Sachen über Jerusalem.

Es war bereits dunkel, als wir endlich etwas Essen gingen. Hier trafen wir sogar noch andere Schweizer Mountainbiker! 😉

Am Mittwoch gingen Angelika, Adar und ich in die Wüste biken. Hier war es noch heisser und die Landschaft war ganz anders als noch am Tag zuvor. Wir sahen Ziegen, Schafe und Kamele in der Wüste. 🐪🐪🐐🐐 Wir fuhren fast bis zum Toten Meer. Von unten wurden wir dann mit dem Auto wieder zum Ausgangspunkt unserer Tour geshuttelt.

Wieder zurück packten wir alles zusammen, denn wir zogen nun ins Renngelände. Zuvor gingen wir aber nochmals auf den Markt in Jerusalem (einen Foodmarket). Das gab es Gewürze, Nüsse, Süssigkeiten, Früchte….. alles in riesigen Mengen. Es duftete so richtig stark und es war ein Erlebnis für Nase und Augen! 💖

Als wir schliesslich im Renngelände ankamen, war es schon Mitte Nachmittag. Wir richteten uns ein und schon bald war das Briefing, Nachtessen, Schlafen!!

  1. Etappe

Das wohl speziellste an diesem Rennen war, dass es gleich nach dem Start ziemlich lange bergab ging. Da das ganze Feld noch zusammen war, war es ziemlich hektisch und auch gefährlich. Weil jeder nur für sich schaute. Zudem staubte es ziemlich und viele Fahrer überschätzten ihre Fahrkünste gewaltig. Es hatte viele «Kicker» die einem aushebelten wenn man nicht aufpasste, und diese wurden dann doch dem Einen oder Anderen zum Verhängnis! 🙈

Unser Moto war es, nicht zu viel zu riskieren. Mit jedem Sturz den wir sahen, bestätigte uns, in unserer Taktik!

Endlich unten angekommen, waren wir an zweiter Stelle. Doch die beiden Ghost-Fahrerinnen waren nirgends zu sehen.

Wir fuhren unser Tempo und kamen ganz flott voran. Im Tal unten angekommen, war es zuerst mal ziemlich flach und «langweilig» zum Fahren. Doch dann nach etwas 50km kamen die Singletrails, die waren wirklich cool zum Fahren. Zwar ziemlich kräfteraubend, aber unglaublich toll zum Fahren.  Es machte richtig Freude.😎😅

Erich konnte heute als VIP mit raus auf die Strecke und feuerte und das eine oder andere Mal an! Er hatte auch viel Spass und spielte dann so ein bisschen den Kommentator der Gruppe, da die anderen VIP’s realisierten, dass er viele Fahrerinnen kannte! 😂😂😂

Nach den vielen Trails kam schliesslich zum Schluss der Etappe der lange Anstieg wieder hinauf ins Ziel. 😅🤪

Dieser Anstieg hatte es dann wirklich noch in sich!! Es war heiss und wir schon länger unterwegs. Als wir dann dachten wir wären jetzt dann gerade im Ziel, mussten wir noch eine Schlaufe von ca. 2km fahren. Doch auch dies schafften wir noch und kamen schliesslich als 2te ins Ziel. 👍

Jetzt hatten wir noch viel Zeit um etwas rumzuhängen, Essen zu gehen, in die Massage zu gehen (obwohl Massage konnte man das nicht wirklich nennen ;-), und einfach ein bisschen zu sein!

 

Abendessen und Briefing…. Schlafen!!

 

  1. Etappe

Der Start war wieder ähnlich hektisch, doch ich kam ganz gut zurecht. Angi hatte etwa mehr Mühe, denn auf den engen und steilen Gässchen durch den Ort sah man wirklich alles! Nach einem kurzen Anstieg auf losem Schotter hatten dann so einige ihre liebe Mühe auf dem Bike zu bleiben. Irgendwie schaffte ich es, mich zwischen all den Faherern durchzuschlängeln und konnte auf dem Bike bleiben. Und schon  ging es wieder in die Abfahrt und dann passierte es auch schon. Eine Fahrerin schnitt Angi den Weg ab, sie musste bremsen, rutschte aus, fiel…… und kugelte sich die Schulter aus. 😬😳🙈 Ich stoppte sofort, kümmerte mich um sie. Sie meinte dann ich könne weiterfahren, es ginge schon. Als ich mich vergewissert hatte, dass sie genug zu Trinken hatte, das Bike nicht mehr im Weg lag, entschied mich mich weitre zu fahren. Es war nicht ganz einfach, sich wieder einzufädeln, doch schliesslich klappte es! Leider kam schon bald der erste Trail und da ich mich nun im hinteren Teil des Feldes befand, ging es sehr langsam vorwärts! Wieder aus dem Trail raus, sah ich einen Streckenposten und  meldete ihm nochmals wo Angi sass und wartete! Er wusste es schon, danke dem Fahrer, der es mitgeteilt hatte!! … ich hatte trotzdem nicht so ein gutes Gefühl, weil ich mir nicht sicher war, ob jemand Angi holen würde. Als ich dann einige Zeit später den Rennleiter Cal sah, stoppte ich nochmals und teilte es ihm mit, er sagte mir, dass bereits ein Arzt bei Angi wäre. SUPER!! Jetzt war ich beruhigt und konnte weiterfahren. 👍😉

Da ich eine Weile bei Angi gewartet hatte, musste ich mich nun durch das Feld nach vorne kämpfen!! Im Trail wurde ich schon das eine oder andere Mal ausgebremst, doch je länger das Rennen dauerte, je freier war die «Bahn»! 🚲💨

Ich fuhr mein Rennen, oft alleine und zudem war es schon nicht das Gleiche, alleine und ausser Konkurrenz zu fahren. Doch ich wollte doch das Tempo hochhalten, damit ich auch irgendwann im Ziel ankam.

So überholte ich Team um Team und irgendwann nach der 1. Feedzone (offiziellen) sah ich Gita und ihre Partnerin am Wegrand stehen. Sie hatten schon wieder einen Defekt! Ich stoppte und fragte, ob ich helfen könne. Ja! Sie konnten das Ventil nicht lösen!! Ich probierte es, doch ich schaffte es auch nicht! Da kamen einige Männer vorbei und halfen. Die schafften es und ich machte mich somit wieder auf den Weg.

Wenig später konnten die Beiden auch weiterfahren und irgendwann kurz vor der nächsten Feedzone kamen sie von hinten angerauscht! So fuhr ich ein wenig mit ihnen mit! Bei der Feedzone verloren wir einander dann! Ich meinte eigentlich, dass sie vor mir aus der Feedzone rausgefahren wären, doch ich konnte sie dann nirgends vor mir sehen. So fuhr alleine weiter und dachte mir immer, dass sie dann irgendwann wieder von hinten anrauschen würden. Doch dem war nicht so und so fuhr ich alleine weiter!

Auch heute kam am Schluss wieder der gleiche Anstieg und so wusste ich, was auf mich zukam.

Ich hatte einen guten Tritt. Als ich beim Ziel vorbeifuhr, rief Erich «Angi fehlt noch!» Ja sie fehlte seit 90km! 😬

Als ich meine Zeit nach dem Rennen anschaute, stellte ich fest, dass ich wahrscheinlich noch etwas schneller als das Siegerteam gefahren bin.

Nach einigen Interviews bei denen ich immer wieder schildern musste, was passiert war ging ich schliesslich duschen! Von Angi hatte ich noch nichts gehört und ich konnte sie auch nicht erreichen, da sie ja kein Natel dabeihatte!

So gingen Erich und ich erst mal Essen. Als ich nachher etwas im Zimmer holen wollte, traf ich dort tatsächlich auf Angi, was war ich froh, dass sie wieder zurück war.

Gemeinsam gingen wir essen und verbrachten den Nachmittag miteinander. Zum Glück ging es ihr den Umständen entsprechend gut und sie war wieder bei uns!

Irgendwann kümmerten wir um ihr Bike, das den Weg auch zurück ins Hotel gefunden hatte.

 

  1. Etappe

Da ich die zweite Etappe fertig gefahren war, durfte ich bei der 3. Etappe als «individual rider» starten. Zwar nicht ganz bei den Spitzengruppen, doch auch egal!! Zuerst musste ich sogar im Block C einstehen!! Doch etwa 3 Minuten vor dem Start holte mich der UCI Kommissäre nach vorne und ich durfte am Schluss vom Block A einstehen! Als der Start erfolgte, dauerte es mehr als 10 Sekunden, bis sich bei uns etwas bewegte! Als ich dann so nach vorne schaute, bei der Abfahrt, war ich doch ziemlich überrascht, wie viele Fahrer vor mir waren!! Langsam hatte ich mich an die hektische Abfahrt gewöhnt und da ich nun für mich alleine war, war es auch etwas einfacher sich im Feld zu bewegen. Heute war es schwieriger alleine zu fahren, denn es hatte immer wieder «schleichende» Anstiege, wo es von Vorteil gewesen wäre, sich abwechseln zu können.

Auch heute kämpfte ich mich während des Rennens Position um Position nach vorne. Leider war ich oft auch alleine unterwegs, was es nicht einfacher machte das Tempo halten zu können. Ca. Bei Km 30 sah ich in einer Kehre die beiden führenden Teams. Da waren sie vielleicht 500m vor mir, doch es war einer dieser schleichenden Passagen und dies war nicht zu meinem Vorteil! Trotzdem motivierte es mich natürlich, zu wissen, dass sie nicht all zu weit vor mir waren.

Doch erst bei km 48 holte ich schliesslich die Ghost – Fahrerinnen auf und konnte sie auch gleich überholen.

Doch bis zum Führungsteam reichte es dann nicht mehr und ich wurde auch heute wieder zweite!! Es scheint als hätte ich diesen Platz gepachtet! (Ausser, dass er bei diesem Rennen nicht zählte, da ich ja Ausserkonkurrenz fuhr!)

Wieder im Ziel, hiess es duschen, packen, essen, chillen…… im späteren Nachmittag fuhr Adar uns schliesslich nach Tel Aviv, wo wir den Abend und den halben Sonntag Zeit hatten, uns die Stadt anzuschauen.

Am Samstag waren wir noch am Meer gewesen, wo wir fein essen gingen und die Füsse ins Wasser streckten. Das Wasser war ziemlich war!! Das Essen fein!

 

Auch am Sonntagmorgen marschierten wir noch etwas durch Tel Aviv, bis wir schliesslich zu müde waren um noch weiter durch die Stadt zu gehen. Wir setzten uns zuerst in eine Smoothie-Bar und gönnten und einen gesunden Drink!! Danach setzten wir unseren Weg Richtung Hotel fort. Da wir noch etwas Zeit hatten, bis wir abgeholt werden würden. Setzten wir uns nochmals in die Gelateria vom Vorabend und gönnten und noch ein Eis (wohl das letzte dieser Saison!).

Und schon war die Zeit in Israel vorbei! Schade, die Woche war viel zu kurz, es hätte wohl noch viel zu sehen gegeben!

Es war eine schöne Zeit in Israel und das Land hat uns positiv überrascht. Es ist viel schöner und friedlicher als es immer in den Medien rüberkommt. Die Leute sind sehr freundlich!

 

Ganz herzlich möchte ich mich nochmals bei dem Veranstalter bedanken, der mich zu diesem Rennen eingeladen hat und alles so toll organisiert hat!! Auch bei Adar, der sich so gut um uns gekümmert hatte. Uns so viel gezeigt hatte!

Bei Idit, die alles vor und während unseres Aufenthaltes organisiert hatte!! VIELEN DANK! 🙏🙏🙏

Auch bei Angi, die sich mit mir zu diesem Abendteuer aufgemacht hat, leider sollte es nicht sein, dass wir das Renne zusammen fertig fahren konnten!!

Ich wünsche ihr das die Operation gut verläuft und die Schulter nachher nicht mehr zickt!