Extreme loue in Ornans….

Heute Morgen startete ich zum letzten Rennen dieser Saison… der Marathonhauptprobe in Ornans (FRA). Eigentlich war ich schon sehr müde von der langen Saison, zudem hat mich noch eine Erkältung heimgesucht, und ich fühlte mich nicht 100% fit, trotzdem wollte ich alles versuchen, diesen Marathon zu gewinnen. Obwohl dies die WM – Hauptprobe für 2012 war, waren nicht wirklich namhafte Namen am Start.

Am Start standen nebst mir noch Jane Nüssli und Sally Bigham, sowie die Europameisterin 2011 Giaccomuzzi ….. und noch zwei drei andere Fahrerinnen die ich kannte.

Der Morgen war noch nebelverhangen, als wir am Start standen und die Brille beschlug sich von aussen. Als es endlich losging, war der Nebel noch sehr dick, und wir konnten nicht wirklich viel sehen von der Umgebung. Die ersten paar Kilometer waren eher flach am Fluss entlang und ich übernahm die Führung. Es ging flott voran und schon bald ging es in die erste Steigung. Ich fuhr einen guten Rhythmus und schon bald öffnete sich ein Loch, und wir waren nur noch zu dritt an der Spitze, Nüssli, Bigham und ich. Nüssli forderte uns auf zusammen zu arbeiten, damit wir unseren Vorsprung weiter ausbauen könnten. Als sie die Führung übernahm, schlug sie auch gleich ein hohes Tempo an, und ich hatte etwas Mühe mitzuhalten. Also blieb ich im Windschatten und versuchte möglichst wenig Führungsarbeit zu leisten. Ich fragte mich, ob ich wohl zu viel Führungsarbeit gemacht hatte am Anfang? Hatte ich mich überschätzt bzw. die anderen unterschätzt? Als wir dann beim ersten Anstieg bald oben waren, konnte Bigham sich etwas von uns lösen und ging mit einem kleinen Vorsprung in die Abfahrt. Dies beunruhigte mich aber nicht wirklich, denn ich hoffte sie in der Abfahrt wieder einzuholen. Leider war die Abfahrt dann nicht sehr technisch und ich war etwas überrascht, wie schnell sie runterfuhr. Bigham hatte einen Durchschlag und verlor Luft, so entschied sie sich in der nächsten Techzone das Rad wechseln. So konnte ich die Führung wieder übernehmen. Ich rechnete aber damit, dass sie mich bald wieder einholen würde, da ich leichte Magenprobleme hatte und irgendwie das Gefühl hatte die Nahrung nicht wirklich aufnehmen zu können. Ich trank und trank, doch irgendwie kam keine Energie…. Als ich dann bei der nächsten Abfahrt auch noch falsch gefahren bin, weil ich einen Abzweiger von einer Schotterstrasse in einen Singletrail verpasste und so sicher zwei Minuten liegen liess, da ich ja wieder zurückfahren musste, dachte ich sie hätte mich bestimmt überholt. Doch als ich dann in der nächsten Feedzone nachfragte, sagte man mir, dass ich immer noch an der Spitze des Feldes sei.. .. umso besser :-). So kämpfte ich weiter, doch die Kilometer wollten einfach nicht weniger werden, immer noch 30 Kilometer bis zum Ziel. Die Strecke war wirklich cool, viele Singletrails, tolle Landschaft, obwohl ich nicht wirklich Zeit hatte, sie zu bewundern, denn ich wusste nicht wie viel Vorsprung ich hatte, und es konnte noch so viel passieren.

So fuhr ich weiter, kam zur zweit letzten Feedzone, und weiter gings, den letzten Anstieg hinauf. Irgendwann in diesem Aufstieg holten mich dann die ersten Männer ein, es windete kurz und vorbei waren sie, okay, sie hatten auch eine Gruppe und ich musste alleine fahren 🙂

Dann endlich die letzten 10 Kilometer, ich dachte schon die Tafel würde nie mehr kommen, mein Bidon, der mir Erich kurz zuvor gegeben hatte, war schon bald wieder leer und meine Kräfte neigten sich langsam dem Ende zu, doch ich wusste nun konnte es nicht mehr so weit sein, hinter mir konnte ich keine Bigham oder Nüssli sehen, und ich war motiviert und wollte diesen Sieg auf keinen Fall mehr abgeben. Erich überholte mich mit dem Rolle und teilte mir mit, dass ich etwa 9 Minuten Vorsprung auf Bigham hätte, ein gutes Polster für die letzten Kilometer, die doch mehrheitlich runter gingen. Als Moos mich überholte sagte er mir, ich könne es geniessen, ich hätte einen riesen Vorsprung!! Das stimmte mich zuversichtlich, trotzdem wollte ich mich noch nicht auf den Loorbeeren ausruhen sondern voll Gas weiterfahren. Während ich so fuhr, kam mir das Erlebnis in St. Wendel in den Sinn, als ich an zweiter Stelle lag, mit einem Vorsprung von über 12 Minuten auf meine nächste Verfolgerin und diese mich dann kurz vor dem Ziel noch einholte, ich weiss nicht warum ich gerade jetzt daran dachte, vielleicht weil es auch hier möglich war, sich zu verfahren, da die Abzweigungen oft nicht so gut markiert waren und ich zwei dreimal, umdrehen musste, weil ich den Abzweiger zu spät gesehen hatte. Auf jeden Fall kam ich schliesslich als erste ins Ziel und hatte so einen schönen Saisonabschluss. Doch als ich gerade beim Siegersinterview war, sprang der Speaker auf einmal weg, denn soeben war die zweitplatzierte Bigham ins Ziel gekommen und dies nur gerade 1.30 Minuten nach mir…… da hat sie aber ganz schön den Turbo gezündet auf den letzten 10 Kilometer ….. 😉

 

So nun bin ich froh, die Saison 2011 abgeschlossen zu haben, und freue mich auf die Herbstferien zu Hause, mal einfach wieder zu sein, und tun und lassen, was ich gerade Lust habe.

 

Ich wünsche allen, eine schöne Woche, geniesst die schönen Herbsttage und schaut doch auch in der Wintersaison hin und wieder auf meiner Homepage rein, es würde mich freuen.