7. und 8. Etappe: Oak Valley to Lourensford

Da ich die letzten beiden Tage leider keinen Internetzugriff hatte, kommt der Schlussbericht erst jetzt, da ich bereits wieder in der Schweiz bin.

Die 7. Etappe Oak Valley to Oak Valley mussten wir bei Nieselregen starten und wir befürchteten schon, dass es kalt werden würde. So hatte auch alle eine Schicht Kleider mehr an. Es war dann doch nicht so schlimm wie befürchtet  und wir hatte ziemlich schnell heiss. Zuerst ging es in einen ständigen auf und ab, durch Sandlöcher und um Kurven, bevor es dann einen längeren Anstieg gab, doch auch der war nicht wirklich rhythmis zu fahren, denn immer wieder wurden wir gezwungen abzusteigen und zu schieben, da es immer wieder sandige Abschnitte hatte. Auf etwa halber Höhe kamen wir zur zweiten Verpflegung, wo wir unsere Bidons tauschten, doch da waren wir noch nicht zu oberst. Ich spührte immer noch die Nachwehen von meiner Magenverstimmung und konnte noch immer nicht 100 Prozent meiner Leistung abrufen. Von hier aus ging es durch eine Steinwüste und vorbei an abgebrannten Sträucher weiter bergauf. Danach kam eine schnelle Abfahrt, die mit dem Wind nicht einfach zu fahren war, musste man doch darauf achten, dass man nicht von der Fahrspur geweht wurde. Dann wechselten sich wieder steile kurze Anstiege mit kurzen Abfahrten ab. Zwischendurch gab es schöne Singletrails zu fahren, da blühte ich jeweils auf, denn das war Biken pur. Wieder wurden wir zweite und  konnten nun mit einem guten Vorsprung auf die dritten aber auch einen grossen Rückstand auf die ersten in die letzte Etappe starten.

Sonntag: heute war die letzte Etappe, alle waren froh, dass es nun bald geschafft war. Denn die Körper waren müde, wie auch der Geist, zudem taten so vielen der Hinter weh und auch an anderen Stellen spürte man die Strapazen der letzten sieben Tage.

Voller Vorfreude machten sich alle auf zum Start, alle waren frohen Mutes auch die letzten 65 Kilometer noch zu schaffen. Auch wir beide wollten heute nochmals alles geben und vielleicht sogar noch einen Etappensieg einfahren.

Dann ging es los, gleich wurde voll Gas gefahren, als wäre es die erste Etappe, ich konnte es nicht glauben!! Ich fuhr so gut es ging mit, doch schon bald merkte ich, dass meine Beine nicht so viel Power brachten, wie mein Kopf eigentlich wollte. Nico und Sally haben gleich von Anfang angegriffen und waren weg. Beim ersten steilen Anstieg konnten wir dann Jolanda und Paul überholen, doch dieses Erfolgsgefühl währte nicht lange und sie überholten uns wieder und fuhren an uns vorbei wie ein „Töff“. Wir bzw. ich hatten keine Chance ihnen zu folgen.

So quälte ich mich die Anstiege hoch, es war ein richtiger Murgs, es machte gar keinen Spass (wenigsten konnte  ich in den Abfahrten immer wieder Zeit gut machen und hatte da meinen Spass).

Bei 33 Kilometer kam dann die Verpflegung, wo ich eigentlich meinen Bidon wechseln konnte, doch ich konnte mein Getränk langsam aber sicher nicht mehr ausstehen, und so entschloss ich mich, von der offiziellen Verpflegung Gebrauch zu machen und nahm mir da auch gleich noch ein Muffin. Als hätte ich dies gebraucht, ging es nun viel besser vorwärts, und ich hatte wieder etwas mehr Power. So verging die zweite Hälfte des Rennens dann viel schneller vorbei und wir kamen, heute leider nur als dritte, schliesslich in Lourensford  an. Ich war total k.o. und konnte nur noch ins Ziel fahren ( ich war wohl auch etwas enttäuscht) doch Bärti genoss  die Zieleinfahrt in vollen Zügen, was auch recht war so, er hatte so viel gearbeitet und musste auch Geduld haben mit mir.

Schlussendlich war ich dann doch zufrieden mit dem 2. Schlussrang, obwohl gewinnen wäre schon schöner gewesen, doch die beiden waren einfach stärker, da war nichts zu machen.

Nach einer Dusche durften wir dann ins Absa Zelt gehen und es uns gut gehen lassen, da wurde aufgetragen und aufgetragen, wir konnten essen und trinken, soviel wir wollten, das war echt gediegen.

Am Abend sind wir dann schliesslich nach Camps Bay gefahren, wo wir noch  unser Wohnmobil ausräumen mussten und ich bereits angefangen hatte meine Koffer zu packen, damit es dann am Montag ab nach Hause gehen konnte.

So nun möchte mich noch bei Zoë bedanken, dass sie uns diese Woche so toll unterstützt hat. Auch Bärti dir vielen Dank für deine Unterstützung während des Rennens und dass du es mir mit eine Woche durchgehalten hast, sowie die Organisation im Vorfeld. DANKE!

Ein Dank geht natürlich auch an Wheeler/Intercycle, die und mit Material unterstützt haben, die es möglich gemacht haben, dass wir schon mit den neuen Bikes Wheeler Falcon und BiXs  Chamois fahren konnten. Die beiden Bikes haben die Strapazen gut überstanden. Mein Bike wurde viel  bewundert und als tolles Bike gelobt.

Auch meinem Schatz vielen Dank, dass er alles so gut vorbereitet hatte und ich einmal mehr ein super eingestelltes Bike hatte.

Fazit: Heute mit etwas Abstand zum Rennen, muss ich sagen, es war ein tolles Erlebnis, auch wenn ich viel gelitten hatte  unterwegs und es nicht immer so lief, wie  wir es uns gewünscht hatten. Da war diese Pannen am dritten Tag, die uns weit zurück warfen, dann die Magenverstimmung, die mehr als man denkt an den Kräften zerrt und dies nicht nur an einem Tag. Der Wind, der Sand und die Gegner, die mich psychisch und physisch forderten. Der Tod eines jungen Rennfahrers aus Australien, der im Schlaf verstarb.

 Da waren aber auch schöne Momente, wie der Sieg am ersten Tag, die schönen Singletrails, die vielen Leute, die mit einem litten und sich mit uns freuten, die neuen Bekanntschaften, die wir gemacht hatten, die Landschaft und das schöne  Wetter….

Ich finde wir hatten eine schöne Zeit zusammen und wer weiss wie  es weiter gehen wird…..