Drei waren schneller :-(

Am Mittwoch nach der Schule sind wir nach Villa Bassa gefahren, logiert haben wir wie jedes Jahr auf dem Fitscherhof in Ausserprags, wo es schön gemütlich und ruhig ist.
Am Donnerstag bin ich dann etwas auf der Strecke trainieren gewesen, begleited von Lucien, Patrick und Thorsten, während Jörg und Erich uns jeweils zu den gewünschten Streckenteilen schattelten.
Am Freitag noch ein lockeres Training, mit den Frauen von der Nati und dann am Abend ging ich dann noch zur Pressekonferenz in Villa Bassa.

Samstagmorgen: da das Rennen erst um 11.30 Uhr gestartet wurde, hatte ich massenhaft Zeit, ich hatte das Gefühl, die Zeit wolle nicht vergehen, nachdem ich alles gerichtet hatte, machte ich mich schliesslich um 10 Uhr auf mit dem Bike nach Villa Bassa, wo ich mich dann auf der Rolle einfahren wollte.
Ich freute mich riesig auf das Rennen, war aber schon ziemlich nervös, hatte ich mir doch selber Grosses vorgenommen.

Noch am Hinterrad von Dahle


Dann endlich der Start, es ging verhältnismässig ruhig los, doch suchten sich alle eine gute Position, möglichst weit vorne, aber doch nicht an der Spitze des Feldes. So ging es dann die ersten 8km in einem ewigen auf und ab über Toblach nach Innichen. Jetzt waren wir auch wieder auf der Original-Strecke des Dolomiti Superbike. In Innichen kam dann der erste „kleine“ Anstieg. Ich konnte in der Spitze mitfahren, mit Spitz, Dahle und Sundstedt. Zusammen machten wir uns dann weiter auf Richtung Sexten, dann in einer Rechtskurve passierte es, ich bin ausgerutscht auf dem Teer. Ich dachte schon jetzt ist es vorbei, doch schnell war ich wieder auf dem Rad, nachdem ich kurz gecheckt hatte, ob noch alles funktionierte. Ich versuchte natürlich sofort den Anschluss zu der dreier Gruppe wieder herzustellen, doch als ich einen Blick nach vorne warf, sah ich….., dass sie das Tempo heraus genommen haben und auf mich warteten. Das fand ich mega nett!!!!  Eine weitere Gruppe kam von hinten angebraust und holte uns schliesslich am Fusse der nächsten Steigung auf. Doch gleich zu Beginn der Steigung zur Bergstation Rotwand, zog sich die Gruppe wieder auseinander. Leider konnte ich da auch nicht mehr mithalten und musste mich zurückfallen lassen und mein Tempo fahren. Ich konnte einfach nicht mehr geben und wusste nicht warum, es passte einfach irgendetwas nicht! Hinter mir konnte ich eine Schweizerin sehen, die sich mir langsam aber sicher näherte, konnte aber nicht genau erkennen, wer es war. Auf der Bergstation Rotwand kam ich als vierte Frau durch – angefeuert von Olivia, Patrick, Mami, Vreni, Franz und vielen anderen tollen Fans!! Jetzt ging es zuerst mal runter zum Kreuzbergpass, ich versuchte mich in der Abfahrt etwas zu erholen, denn vom Sturz schmerzte mit die Hüfte und der Ellenbogen. Inzwischen hatte ich mich entschlossen, mich von Dicht aufholen zu lassen und mit ihr zusammen zu arbeiten, falls ich mithalten konnte. So fuhren wir beide vom Kreuzbergpass gemeinsam weiter auf und ab bis nach Innichen. Ich sagte zu Erika, lass uns zusammenarbeiten, und wer am Schluss stärker ist soll gehen. Jetzt lief es mir schon wieder besser, musste ich doch nicht alleine fahren und wir konnten uns gut abwechseln. Zusammen über die Fläche nach Vierschach zu fahren, war doch viel angenehmer als alleine. Dann kam die lange Steigung hinauf zum Silvesterplatz ca. 700hm auf 10 km. Mir lief es wieder besser und ich versuchte ans letzte Mal zu denken, als ich hier noch das Rennen kehren konnte, und wirklich ich fand einen guten Tritt und kam gut voran, irgendwo im oberen Teil des Anstieges standen Pius und Dädi, und feuerten mich kräftig an, leider war mein Rückstand auf Spitz und Sundstedt doch schon zu gross um sie noch aufholen zu können auf den letzten 20km, was mir wieder etwas die Moral nahm, doch ich wollte nun auf keinen Fall meinen vierten Platz hergeben, also biss ich mich weiter durch. Dann endlich hatte ich den Silvesterplatz erreicht und nun ging es auf einer rasanten Abfahrt bis zum Stoffer wo die letzte Verpflegung war und auch der letzte Anstieg begann. Ich versuchte nochmals etwas schneller zu fahren, doch es wollte einfach nicht gehen. Ziemlich enttäuscht absolvierte ich die letzen 14 km. Auch die letzte Abfahrt mit dem Singletrail wollte dieses Jahr nicht so richtig Spass machen.

 So kam ich schliesslich als vierte Frau mit doch deutlicher Verspätung im Ziel an und konnte mich gar nicht freuen über meine vierten Platz, ich war einfach nur enttäuscht, es hatte wieder einmal mehr nicht geklappt an einer WM aus Podest zu fahren . Viel mehr freute ich mich über den fünften Rang von Erika Dicht meiner Teamkollegin, die war wirklich ein starkes Rennen zu fahren.
Dann warteten und warteten wir, inzwischen waren schon ziemlich viele Frauen im Ziel und von den Männern fehlte noch jede Spur. Dann endlich etwa eine halbe Stunde später wurde Sauser und Paulissen angekündigt, die bald einfahren sollten. Alle streckten die Köpfe, doch da alle Fotografen vorne standen, sahen wir nichts, sondern hörten es nur krachen und schreien….. was war passiert?? Sauser und Paulissen lagen am Boden….. Sauser war schneller wieder auf den Beinen und konnte so schneller in Ziel kommen, während Paulissen sein Bike ins Ziel tragen musste….. während die Betreuer und Kommissäre diskutierten, was nun Recht sei, warteten wir gespannt auf den dritten Mann, wer war es? Urs Huber….? Dann endlich kam er …. Jaaaa !!!! Es war Urs Huber…. Er hat es geschafft, er hat die Bronzemedaille gewonnen. Das mag ich ihm von Herzen gönnen  Bravo Urs.

So feierten wir halt die Medaille von Urs statt meine!

Das verrückteste aber war, dass Urs am Sonntag nochmals startete zum Dolomiti Superbike (ich habe ihn im Anstieg zur Plätzwies angefeuert) ….. und man kann es fast nicht glauben, aber er hat doch tatsächlich gewonnen… ein Wahnsinn!!

Ich selber habe am Sonntag noch die Plätzwies unter die Räder genommen, aber schön gemütlich, mit Erich und Dädi, mit einer Pause auf der Plätzwies…. Und vielen Hopprufen auf der Strecke. War auch schön, denn ich konnte mir nicht vorstellen heute nochmals die Rotwand hoch zu fahren, ich glaube das hätte ich im Kopf nicht hingekriegt.

So nun möchte ich mich noch bei allen Betreuern und Fans bedanken, die den Weg nach Villa Bassa gefunden haben und mich so toll unterstützt haben, schade dass es nicht geklappt hat und ich euch nicht mit einem Podestplatz danken konnte. So heisst es ein weiteres Mal: Ausser Spesen nichts gewesen!

Rangliste:

1. Dahle Flesjaa Gunn-Rita (Nor)
2. Spitz Sabine (D)
3. Sundstedt Pia (Fin)
4. Süss Esther (Sui)
5. Dicht Erika (Sui)

1. Paulissen Roel (Bel)
2. Sauser Christoph (Sui)
3. Huber Urs (Sui)
4. Paez Leon Hector Leonardo (Col)
5. Näf Ralph (Sui)