EM Crosscountry in St. Wendel

Zum ersten Mal an einer Crosscountry Europameisterschaft dabei zu sein, war schon ein tolles Gefühl. Eigentlich war meine Anreise am Donnerstagmorgen geplant, doch da Katrin und Maroussia noch einen Platz im Auto frei hatten, entschloss ich mich am Mittwochmittag, mit ihnen schon am Mittwochabend anzureisen.

So konnten wir am Donnerstagmorgen ausgeruht auf die Strecke. Die Strecke war technisch nicht sehr anspruchvoll….  dafür fordete sie uns konditionell und kräfte mässig stark.

Am Freitag war eher Ruhetag angesagt und ich entschloss mich bloss eine „lockere“ Runde auf der Strecke zu machen, was einfacher gesagt als getan war, denn die Anstiege liessen den Puls schnell ansteigen.

Am Nachmittag wurde die EM dann offiziell eröffnet mit dem Staffelrennen, wo die Schweizer ja die klaren Favoriten waren. Am Start standen Vogel, Rupp, Henzi und Schurter und wir anderen Schweizer liessen es uns nicht nehmen sie am Streckenrand zu unterstützen. Alles lief nach Plan, Vogel kam als erster von der Runde zurück und übergab an Rupp, der diese Position verteidigen konnte und Henzi auf die Strecke schickte….. während Henzi auf der Runde war, wurde jedoch von den Kommisären, aufgrund eines Prodestes, entschieden, dass wir disqualifiziert seien!!! (Laut „Anklage“ haben sich Vogel und Rupp bei der Übergabe nicht berührt). So durfte Schurter, als Henzi nach einer starken Leistung zurückkam, nicht mehr ins Rennen. Wir waren alle masslos enttäuscht und verliessen das Stadion!!

Da an diesem Entscheid nicht zu rütteln war, mussten wir versuchen unsere Köpfe wieder frei zu bekommen für die folgenden Rennen, wo wir den anderen zeigen wollten, wer den Staffeltitel wirklich verdient hätte!!!!

Am Samstag fanden dann vier Rennen statt: als erstes gingen die Juniorinnen in Rennen, da hatte unser heissestes Eisen, Vivienne Meier leider Pech und konnte sich nach einer starken Aufholjagd von letzter Position leider „nur“ bis Rang 10 vorarbeiten. Mit den Rängen 10, 12, 13 und 14 zeigten sie doch eine gute Leistung – allen herzliche Gratulation!!!

Bei den Junioren erkämpfte sich Rupp die Bronzemedaille und Matthias Stirnemann wurde guter 14ter! Gratulation!!!

Danach wurde es immer besser, als die U-23 Fahrerinnen am Start waren, säumten doch schon einige Zuschauer mehr den Streckenrand :-). Zudem hatte Schneitter gleich selber für Fan’s gesorgt, denn ein ganzer Car voll war für sie angereist. Schneitter konnte das Rennen schliesslich gewinnen und alle freuten sich an ihrem Europameistertitel!! Ganz herzliche Gratulation!!!

Die U-23 Herren topten es noch, indem sie gleich mit zwei Fahrer auf dem Podest standen, Europameister wurde Schurter und Flückiger holte sich die Bronzemedaille, Giger wurde undankbarer vierter. Allen ganz herzliche Gratulation!!

Dann endlich am Sonntag galt es auch für mich ernst. Bis am Samstagabend, war ich noch nicht wirklich nervös wegen meines Rennens, denn alles war so neu für mich und ich freute mich an der guten Stimmung im Team und dass ich mit dazugehören durfte, es war einfach mega cool!!

Doch nun musste ich mich auf mein Rennen konzentrieren, ich war nun doch etwas nervös, wollte ich doch mein Bestes geben und ein gutes Resultat herausfahren!! Da es in der Nacht noch geregnet hatte, war die Strecke etwas rutschig geworden und es entstand eine gewisse Hektik, welche Pneus wir fahren sollten. Seeli ging dann noch kurz auf die Strecke um zu schauen, wie es wirklich war…… nach seinen Ausführungen entschied ich mich, es so zu lassen wie geplant.

Dann endlich die Startaufstellung, ich musste relativ weit hinten starten, doch das machte mir nichts aus, ich fühlte mich genau da wohl, wo ich stand…. dann der Startschuss, es ging los und ich kam richtig gut weg vom Start, konnte mich nach vorne arbeiten. Nach der Runde auf der Bahn ging es hinaus ins Gelände, doch wer hätte das gedacht, beim ersten kleinen „Höggerli“ kam es schon zum ersten Sturz und natürlich genau vor mir 🙁 mir blieb nichts anderes übrig, als abzusteigen und zu springen. Ich hatte den Anschluss aber schnell wieder geschafft und musste die Steigung nicht alleine fahren.

Dann bei der ersten Abfahrt im Wald, schon lag mir wieder jemand zu Füssen,  ich musste ausweichen, verlor den Schwung und musste so den  steilen Anstieg laufen. Nun war ich mit Henzi zusammen, doch leider konnte ich ihr nicht folgen und musste sie ziehen lassen, schade!! So fuhr ich mein Rennen weiter, war etwa auf 15ter Position, das war gut!!

Doch dann die nächste Schrecksekunde, ich hatte Platten…….. ich fuhr in die Technikzone und wollte mein Rad wechseln lassen, doch SCH……….. ich hatte gar keine Platten, sofort fuhr ich wieder los (ich weiss nicht was los war, doch ich hätte schwören können einen Platten zu haben!!)….. das war mir schon etwas peinlich…. doch es ging weiter, ich konnte nun in einer dreier Gruppe fahren, mit Saner und einer Holländerin. Plötzlich kam Fulana von hinten geschossen, ich hätte ihr gerne angehängt, doch das war unmöglich, die war einfach viel zu schnell. Ich wollte eigentlich mehr geben, mich noch etwas nach vorne arbeiten doch es lag einfach nicht mehr drin, schade.

 

Hier war die Holländerin noch an meinem Hinterrad, doch in der letzten Runde musste ich sie  ziehen lassen, da sich Krämpfe in meinen Oberschenkel meldeten (wahrscheinlich hatte ich am Anfang zuwenig getrunken :-(, doch in der Hektik vergesse ich es einfach). So kam ich nicht mal den ersten Stutz hinauf und musste schnell vom Rad, was wieder einige Sekunden kosteten,sodass Saner wieder aufschliessen konnte. Ich wusste nicht so recht was ich nun machen sollte und setzte mir zum Ziel vor ihr ins Ziel zu kommen. Doch das konnte schwierig werden, ich musste richtig kämpfen den langen Anstieg hoch, miene Beine schmerzten und ich musste die Zähne zusammenbeissen. Saner biss sich an meinem Hinerrad fest…. ich versuchte alles und oben an der Steigung hatte ich ein Loch von etwa zehn Meter herausgefahren. So nun musste ich alles geben, dass ich das Loch vergrössern konnte….. so kam ich schliesslich als 15te ins Ziel mit einer knappen halben Minute Vorsprung auf Saner.

Ich war am Schluss nicht ganz zufrieden mit meinem 15ten Rang, doch es lag einfach nicht mehr drin, obwohl die Strecke mir eigentlich ganz gut gepasst hatte. Als ich dann aber vernahm, dass ich hinter Henzi und Leumann, die dritte Schweizerin war, freute ich mich doch darüber. Mit dieser Klassierung darf ich mir nun auch Hoffnungen machen auf eine Startplatz an der WM im Juni in Val di Sole…..

Das Eliterennen der Herren schauten wir uns dann schliesslich auch noch an und durften uns auch da nochmals über zwei Medaillen freuen. Gold für Vogel und Silber für Sauser, das gute Resultat rundeten Näf auf Rang vier und Frischi auf Rang 6 ab.

Zufrieden und müde machten wir uns schliesslich auf den Heimweg. Für mich war es eine tolle Sache und ich habe wieder viele neue Erfahrungen gemacht. Es war schön mit dabei sein zu können und es weckte in mir den Hunger nach mehr…..

Ich möchte allen Betreuern ganz herzlich Danken für den top Service den ihr geleistet habt. GANZ HERZLICHEN DANK!!